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Exotische Verrenkungn, Lotussitz oder auch Kopfstand sind normalerweise die ersten Assoziationen zum Begriff Yoga

Yoga ist aber viel mehr als das. In seinem Herkunftsland Indien hat das Yoga eine mehrere Tausend Jahre alte Tradition. Yoga umfasst den Übenden durch eine sehr starke spirituelle und geistliche Ausrichtung alle Bereiche des Lebens. Hier wird Yoga ca. seit dem 19. Jahrhundert praktiziert. Anfang der 70-er Jahre kam es dann zu einem regelrechten Yoga-Boom. Und seit diesem Zeitpunkt wächst der Kreis der Yoga-Übenden, Lehrer und Schulen kontinuierlich weiter. Die hier verbreitete Form des Hatha-Yoga ist allerdings weniger Weltanschauung als vielmehr Sportübung und Entspannungsübung. Übrigens stammt der Begriff Yoga von der Wortwurzel yuj aus dem Sankrit. Yuj bedeutet so viel wie zusammenbringen, sich treffen, sich vereinigen. Es bedeutet aber auch den Geist zu bündeln und einen Punkt zu erreichen, der vorher unerreichbar schien. In seiner spirituellen Form ist das Ziel des Yoga, die Fähigkeit zu erlangen, den Geist schließlich auf ein Objekt auszurichten. Beim Yoga soll diese Ausrichtung dann ohne jegliche Ablenkung aufrecht erhalten bleiben. Dabei sind Körper, Seele und Geist beim Yoga untrennlich miteinander verbunden. Alle drei müssen im Einklang mit sich und der Umwelt sein.

 

Da es im Yoga eine Vielzahl verschiedener Strömungen, Schulen und Weiterentwicklungen gibt, lassen sich nur sehr schwer verallgemeinernde Aussagen treffen. Denn unterschiedliche Schulen praktizieren Yoga mit den verschiedensten Schwerpunkten. So stehen zum Beispiel im Raja-Yoga Meditationsformen mit dem Ziel der Selbsterkenntnis im Mittelpunkt. Das Kundalini-Yoga zielt auf kosmische Energie und spirituelle Ekstase ab. Und das Kriya-Yoga ist auf Reinigung abgestimmt. Übrigens ist im Westen das Hatha-Yoga am weitesten verbreitet. Der Schwerpunkt beim Hatha-Yoga liegt auf dem Training der Körpertechnik in Form festgelegter Übungen (Asanas) und der Kontrolle über den Atem.

 

Das sind die acht Stufen des Yoga-Pfades:

  • Yama - das Verhalten gegenüber der Umwelt (Gewaltfreiheit, Ehrlichkeit, Wahrhaftigkeit)
  • Niyama - des Verhalten sich selbst gegenüber (körperliche und geistige Reinheit und Selbstdisziplin)
  • Asana - Körperübungen
  • Pranayama - Atemübungen
  • Pratyahara - Beherrschung der Sinne (geistige Ruhe und Verinnerlichung)
  • Dharana - die Fähigkeit unseren Geist auszurichten (Konzentration und Kontemplation)
  • Dhyana - die Fähigkeit Wechselwirkungen zwischen uns und dem, was wir verstehen wollen, herzustellen (Meditation)
  • Samadhi - das völlige Einswerden mit dem Objekt, das wir verstehen wollen (Vereinigung mit dem Göttlichen)


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